Das Fundament brennt

Spart euch das Gerede von der Open-Door-Policy,
wenn die Tür in Wahrheit nur ein Spiegel für eure eigene Selbstgefälligkeit ist.

Wir reden hier nicht über ein nettes Extra für die Mittagspause.
Wir reden über das, was ihr als Herzstück bezeichnet –
während euer echtes Herz gerade Rhythmusstörungen bekommt,
weil ihr den Informationsfluss mit hierarchischem Kalk verstopft.

Stellt euch vor – und ja, das ist die bittere Realität eurer Leute,
während ihr oben über die nächste Vision philosophiert:
Du stehst beim Kunden. Volles Rampenlicht. Volles Risiko.
Und plötzlich merkst du: Du bist der Idiot im Raum.

Über Nacht wurden Prozesse geändert, Abläufe rasiert, Regeln neu geschrieben.
Und du? Du wurdest weder informiert, noch konsultiert, erst recht nicht vorbereitet.
Peinlich ist gar kein Ausdruck für diesen Moment.
Das ist kein Erkenntnisgewinn.
Das ist eine öffentliche Demontage deiner professionellen Existenz!

In diesem Augenblick wird aus Stolz pure Frustration.
Aus Sicherheit wird lähmende Unsicherheit.
Und aus Loyalität wird ein schleichender Vertrauensverlust,
der tiefer sitzt als jede motivierende Rede in der Krisensitzung.

Ihr faselt von Agilität, aber ihr praktiziert rigorose Durchsetzung.
Ihr wollt Effizienz, aber ihr erschafft Atmosphären des Misstrauens.
Glaubt ihr ernsthaft, dass jemand für eure Mission brennt,
wenn man im Dunkeln gelassen wird wie ein lästiges Inventarstück?

Ihr sagt: „Geteiltes Wissen ist Macht.“ Aber in viel zu vielen Läden ist Wissen eine Waffe,
die im Giftschrank gebunkert wird, um die Kontrolle zu behalten!
Ihr wundert euch über den „Dienst nach Vorschrift“?
Über Talente, die innerlich schon längst ihre Koffer gepackt haben?

Wer Wertschätzung predigt, aber Informationshoheit als Herrschaftsinstrument nutzt,
darf sich nicht wundern, wenn die Moral schneller sinkt als ein Anker im tiefen Meer.
Mitarbeitende sind keine Empfängerstationen für eure PDF-Leichen.
Sie sind die Botschafter eures Erfolgs!

Interne Kommunikation ist das Einbeziehen. Das Ernstnehmen. Das Vorbereiten.
Wer seine Leute im Regen stehen lässt und erwartet,
dass sie beim Kunden glänzen, der sabotiert vorsätzlich den eigenen Sieg.

Hört auf, Wissen zu horten wie einen Schatz.
Hört auf, Änderungen nachts im Hinterzimmer durchzupeitschen.
Wenn ihr wollt, dass eure Leute nicht nur funktionieren, sondern am Ende wirklich davonrennen –
dann macht genau so weiter mit eurem Schweigekartell.

Aber wenn ihr gewinnen wollt, dann kapiert endlich:
Interne Kommunikation ist kein „Nice-to-have“.
Es ist die verdammte Überlebensstrategie.
Wer die Menschen nicht mitnimmt, wird am Ende alleine an der Ziellinie stehen.
Ohne Team. Ohne Vertrauen. Und ohne Zukunft.

Werdet laut. Werdet echt. Werdet verdammt noch mal ehrlich.
Denn wer nicht kommuniziert, der führt nicht – der verwaltet nur den Untergang.

Denn machen wir uns nichts vor:
Eure Mission ist nichts wert, wenn keiner da ist, der sie mit Leidenschaft trägt.
Eure Ziele sind nur hohle Zahlen, wenn das Fundament aus Vertrauen zu Staub zerfällt.

Wenn ihr weiterhin glaubt, dass Kommunikation ein lästiger Termin im Kalender ist,
dann wundert euch nicht, wenn die Stille in euren Büros ohrenbetäubend wird.
Mitarbeitende kündigen nicht nur einen Job.
Sie kündigen das Schweigen.
Sie kündigen die Ignoranz.
Und am Ende kündigen sie euch die Gefolgschaft.

Wer Wissen hortet, verliert die Macht.
Wer Wissen teilt, gewinnt die Zukunft.

Hört auf zu managen und fangt endlich an zu führen.
Schafft Klarheit. Schafft Wertschätzung.
Oder schaut dabei zu, wie eure besten Köpfe die Brücke nehmen,
die ihr nie zu bauen bereit wart – und zwar direkt zur Konkurrenz.

Der Markt wartet nicht auf Unternehmen, die im Dunkeln tappen.
Er gehört denen, die das Licht anmachen.

Kommuniziert. Ehrlich. Direkt. Jetzt. Bevor der Letzte das Licht ausmacht – und ihr merkt, dass ihr ganz alleine seid.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.