Schlagwort Poetry

Drei Stunden hohles Feuer

Hundertachtzig Minuten Lebenszeit.
In dieser Spanne fliegen andere nach Lissabon oder lesen ein halbes Buch. Wir aber opfern diesen Abend dem deutschen Vorentscheid. Drei Stunden künstliche Streckung für eine Entscheidung, die man in der Hälfte der Zeit hätte abhandeln können. …

Weiter...Drei Stunden hohles Feuer

Das Fundament brennt

Spart euch das Gerede von der Open-Door-Policy,
wenn die Tür in Wahrheit nur ein Spiegel für eure eigene Selbstgefälligkeit ist.

Wir reden hier nicht über ein nettes Extra für die Mittagspause.
Wir reden über das, was du als Herzstück bezeichnest …

Weiter...Das Fundament brennt

Inventur der Scherben

Es hat gedauert. Lange. Überreif ist gar kein Ausdruck.
Das hier ist keine Rache, das ist eine Inventur der Scherben.

Vergessen? Funktioniert nicht.
Verdrängen? War mein Vollzeitjob.
Ich war der Weltmeister im „Mit-mir-selbst-Ausmachen“.
Ein einsamer Wolf im digitalen Schafspelz.
Ich…

Weiter...Inventur der Scherben

Der Carnot-Blues

„Hocheffiziente Verbrenner.“
Zwei Wörter. Ein Versprechen.
Und irgendwo in einem Keller der Uni
hört man ein Thermodynamik-Lehrbuch
leise zerbrechen.

Berlin. Scheinwerferlicht. Das Podium schwitzt.
Ein Journalist fragt nach – und die Pointe sitzt.
Er fragt nicht naiv, ihm sitzt der …

Weiter...Der Carnot-Blues

Das Echo der Gigantin

Schaut hoch.
Weg von den Bildschirmen, weg vom bläulichen Flimmern der Stadt.
Schaut in die Samtschwärze der Nacht. Dorthin, wo der Jäger Orion seine Arme in die Unendlichkeit streckt.
An seiner linken Schulter blüht ein Licht.
Ein müdes, rostiges Glimmen.…

Weiter...Das Echo der Gigantin

Das digitale Exil

Der Wecker reißt nicht, er schneidet.
Vier Stunden Schlaf waren kein Schlaf, das war nur ein kurzes Aussetzen.
Kein Licht am Fenster, nur das bläuliche Flimmern des Displays auf dem Nachttisch.
Die erste Handlung: Entsperren. Man atmet nicht, man spürt…

Weiter...Das digitale Exil