Der Takt der Erschöpfung

Hört ihr das? Das ist nicht der Applaus von den Rängen der Macht.
Das ist das Ticken der Uhren in den Kitas, wo das Licht noch brennt,
das Keuchen der Pfleger, wenn die Schicht kein Ende kennt.
Das ist das dumpfe Pochen in den Schläfen von Millionen,
die in diesem Land nicht nur arbeiten, sondern schlichtweg wohnen.
Doch aus dem hohen Haus in Berlin weht ein eisiger Wind,
der uns erzählt, dass wir alle nur arbeitsscheu und träge sind.

Willkommen im Club der Lifestyle-Teilzeit-Faulenzer!
Habt ihr’s gehört? Wir sind die Bremse, die Faulen, die Schwänzer.
Wir, die wir Kinder wickeln, Eltern pflegen, Ehrenämter stemmen,
sollen uns jetzt für den „Wirtschaftsstandort“ noch mehr verbrennen?
Ein Merz, der hoch im Cockpit sitzt und mahnend niederschaut,
und dabei das Vertrauen in sein eigenes Volk versaut.

Ihr wollt mehr Stunden? Wir wollen mehr Sinn!
Ihr wollt mehr Rendite? Wo führt das alles hin?
Ihr messt das Leben in Quartalszahlen und Fleiß,
doch wer zahlt am Ende den menschlichen Preis?

Schau dir die Hände an, Herr Merz, sieh genau hin!
Da klebt kein Schmutz der Trägheit, da steckt Leben drin.
Da ist die Mutter, die in den zwanzig Minuten, die ihr bleiben,
versucht, das Schicksal ihrer Kinder neu zu schreiben.
Da ist der Pfleger, dessen Rücken ein einziges Mahnmal ist,
weil du im feinen Zwirn die Realität der Basis vergisst.
Du redest von Work-Life-Balance, als wär’s ein sündiger Tanz,
als läge unser ganzer Wert in deiner Leistungsarroganz.

Aber wer ist hier der Diener? Wer ist hier der Herr?
Die Demokratie ist kein Thron, die Verantwortung wiegt schwer.
Wir haben dich nicht gewählt, damit du uns beschimpfst,
damit du jedes soziale Fünkchen mit Leistung impfst.
Du bist nicht der Patron, der uns die Leviten liest,
während du pures Gift in unseren Zusammenhalt gießt!

Du hast erst gegen die einen, dann die anderen verhetzt,
hast Neid geschürt und unsere Gesellschaft verletzt.
Asyl, Behinderung, Bürgergeld – die Liste ist lang,
ein politischer Abgesang mit bedrohlichem Klang.
Und jetzt? Jetzt sind wir alle dran. Das ganze Land.
Zu faul, zu krank, zu links – ist das dein ganzer Verstand?

Das Arbeitszeugnis? Mangelhaft.
Die Vision? Erschöpft an der Kraft.
Die Empathie? Ein Fremdwort im Schrank.
Das christliche Menschenbild? Leider schwer krank.
Du predigst Maloche, mehr Arbeit im Dreck,
doch die Sicht auf die Basis ist längst bei dir weg!

Wir sind dein Arbeitgeber, wir sind der Herzschlag hier,
die Köpfe, die Hände, das Herz im Quartier.
Wir halten den Laden am Laufen und fit,
ihr verwaltet da oben nur euern Profit.
Genug der Reden, die uns klein und schlecht machen,
wir brauchen Lösungen bevor die Strukturen krachen!

Nennst du uns Lifestyle-Faulenzer? Dann hör genau zu:
Die einzige Fehlbesetzung hier bist vielleicht du.
Echte Stärke tritt niemals nach unten,
echte Führung heilt unsere Wunden.

Hör auf mit der alten Leier, hör auf dich zu empören,
wir wollen diese hohlen Phrasen nie wieder hören.
Wir leisten Unglaubliches, jeden Tag, jede Nacht,
und sind es leid, wie man uns verächtlich macht.

Wir sind die Kraft, die Dinge bewegt,
die bei Wind und Wetter das Land hier trägt.
Das Volk ist der Chef. Friedrich, merk dir das gut.
Das Land braucht Respekt, nicht deine Wut.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.