Der helle Wahnsinn

Hört ihr das? Das ist kein Puls. Das ist kein Schlag.
Das ist das Ende vom Verstand an diesem Jüngsten Tag.
Kein Sound von Freiheit. Kein Rhythmus von Stolz.
Das ist das Bersten von Vernunft auf morschestem Holz.
Ein dumpfer Knall. Ein greller Blitz.
Die Empathie? Ein schlechter Witz!
Die Stille wird nicht bloß gestört, sie wird brutal erschlagen,
von Typen, die ihr Ego durch die dunklen Gassen tragen.
Es ist nach zwei Uhr morgens. Der Asphalt, er bebt.
Weil irgendwo ein Egoist noch an der Lunte klebt.
Der Zeiger rückt vor, doch die Einsicht bleibt stehen,
während wir im Dunst eurer Dummheit vergehen.
Ihr nennt es „Tradition“? Ich nenn es Besessenheit.
Ein rücksichtsloser Krieg gegen die Menschlichkeit.

Ihr sprecht von „Spaß“, ich sehe nur die Gier –
nach Aufmerksamkeit, nach Macht über das Revier.
Tausende Euro werden in den Nachthimmel gejagt,
während nebenan die alte Nachbarin verzagt.
In den Wohnzimmern kauern Hunde unter Tischen,
während draußen die Geister der Vernunft verwischen.
Rehe sterben an Herzschlag, Vögel stürzen aus dem Baum,
eure „Freiheit“ ist der Tod für diesen Lebensraum!
„Scheißegal“, sagt ihr, und zündet die nächste Lunte,
Hauptsache laut, Hauptsache bunt, die ewig gleiche Runde.

Ihr starrt nach oben, gebannt von dem Licht,
doch das Gift in den Wolken, das seht ihr wohl nicht?
Tonnen von Feinstaub, in Minuten gepeitscht,
ein grauer Belag, der die Lunge erschleicht.
Die Bronchien verkrampfen, die Atmung wird schwer,
Und ihr? Ihr blast weiter den Dreck in das Wolkenmeer!
Ein chemischer Cocktail, ein giftiger Guss,
mit jedem Funken ein neuer Verdruss.
Was ihr „Atmosphäre“ nennt, ist Ruß und Gestank,
ein chemischer Raubzug, ein Gift-Ausschank.
Ein schleichendes Siechtum, das kriecht durch die Gassen,
weil ihr es nicht schafft, eure Sucht zu verlassen!
Barium, Strontium, der Ruß und das Blei,
die Umwelt krepiert bei der Knallerei.
Der Boden getränkt mit dem Plastik der Nacht,
habt ihr euch um den Morgen je Gedanken gemacht?
Schwermetall sickert in Erde und Fluss,
weil jeder von euch diesen Kick haben muss!

Vergesst das Geflimmer! Vergesst den Silvester-Schein!
Ihr ladet euch den blanken Terror in die Viertel hinein.
Das ist kein „Puff“, kein „Peng“, kein harmloses Glühen,
das ist ein Detonieren, ein berstendes Sprühen!
Mit Kugelbomben, für Profis erdacht,
wird die zivile Nacht zum Beben gebracht.
Es klingt wie ein Einschlag, wie Front und wie Schlacht,
wenn die Druckwelle gierig den Asphalt bewacht.
Ein Schlag in die Magengrube, ein Reißen im Ohr,
euer „Spaß“ kriecht wie Gift aus dem Kanonenrohr.
Fensterscheiben zittern, das Mauerwerk kracht,
während ihr über „Freiheit“ und „Tradition“ lacht.
Das ist kein Spielzeug, das ist Sprengstoff und Wahn,
auf der völlig entgleisten, asozialen Bahn!
Wer solche Kaliber in die Straßenschluchten jagt,
hat der Menschlichkeit längst schon „Gute Nacht“ gesagt.

Und dann die Krone der Dummheit, der Gipfel der Nacht:
Wer hat euch eigentlich eingeredet, ihr hättet die Macht?
Ihr haltet den Böller, bis die Zeit fast verrinnt,
wie ein trotziges, dummes, gefährliches Kind.
Die Rakete in der Hand, der Stolz in der Brust,
bis das Fleisch von den Knochen weicht – purer Verlust.
Kugelbomben aus dem Osten, gewerbliches Gift,
ein Experiment, das die eigene Existenzgrundlage trifft.
Wie tief muss man sinken, wie hohl muss man sein,
um zu glauben, man sei unverwundbar im fahlen Feuerschein?

Hört genau hin: Jeder Tote, jede Verletzte ist jemand zu viel.
Es ist sinnlos, es ist dumm, es ist kein Heldenspiel.
Braucht es amputierte Finger, zerfetzte Hände,
verstümmelte Gliedmaßen, das jähe Ende?
Muss sich ein Lebensweg schlagartig in Dunkelheit hüllen,
damit ihr aufhört, die Nacht mit eurem Wahnsinn zu füllen?
Müsst ihr es erst am eigenen Leib spüren,
wenn die Flammen eure Zukunft berühren?
Lernen durch Schmerz, weil der Verstand schon lang schweigt,
bis der verstümmelte Körper die Wahrheit euch zeigt.
Hoffentlich begreift ihr es dann – im Rollstuhl, entstellt,
wenn der Trümmer eures Egos auf euer Leben fällt.
Dass dieser „Spaß“ euch alles nahm, was in Wahrheit zählt.
Und wenn jemand geht, wenn das Leben verrinnt,
wenn die letzte Rakete den Todestag bringt?
Wer tröstet die Mutter? Wer hält die Hand der Frau?
Zurück bleibt ein Zimmer, leer, einsam und grau.
Hinterbliebene weinen um ein Opfer der Gier,
wegen Sekunden an Ruhm in eurem Revier.
Ein Leben gelöscht für ein bisschen Geflimmer,
für die, die noch da sind: Ein ewiger Trümmer.

Meine Toleranz stirbt genau an dem Punkt,
wo das Blaulicht im Funkenregen versinkt und ertrinkt.
Wenn ihr Rettungskräfte mit Raketen beschießt,
und eure Verachtung sich über die Helfer ergießt,
wenn ihr Hass über die schüttet, die unser Leben behüten,
dann ist das kein Brauchtum – das ist kriminelles Wüten!
Das ist ein Angriff auf uns alle, auf das Mark der Moral,
ein asozialer Abgrund, völlig leer und fatal!

Und dann kommen sie, die Hüter der Asche,
die konservative Wut als ideologische Masche.
„Meine Freiheit!“, brüllen sie, die alten, weißen Jahrgänge,
während sie sich klammern an längst verrottete Zwänge.
Sie haben die große Klappe, doch die Argumente sind leer,
sie stemmen sich gegen den Fortschritt,
als ob Vernunft ein Verbrechen wär.

Gegen Drohnen, gegen Licht, gegen jede moderne Sicht,
„Tradition!“ plärren sie, doch sie meinen Verzicht –
den Verzicht auf Anstand, auf Rücksicht, auf Leben.
Doch: Hört auf zu nehmen, lernt endlich zu geben!
Ein Böllerverbot ist keine Schikane, es ist die Pflicht,
damit die Gier nach dem Knall nicht die Vernunft bricht.
Sie sagen: „Deutschland allein rettet gar nichts auf der Welt!“
Während um uns herum der Vorhang der Einsicht fällt.
Wir brauchen das Verbot, um die Umwelt zu bewahren,
vor dem chemischen Dreck aus all diesen Jahren.
Wir brauchen das Verbot als Schild für die Kreatur,
als Schutz für das Schweigen und die Seele der Natur.
Kein Tier soll mehr vor Panik in den Tod springen,
nur weil ihr meint, mit Sprengstoff den Neujahrssieg zu erringen!

Schaut auf die Nachbarn, die es längst schon verstehen,
während wir weiter im giftigen Nebel der Vergangenheit stehen.
Doch ihr wollt nicht hören, ihr wollt nur, dass es knallt,
weil euer Argument im Echo der Leere verhallt.
Wer Freiheit mit Sprengstoff verwechselt, hat nichts kapiert,
wer Tradition über das Leben stellt, ist innerlich erfroren und isoliert.
Wir brauchen das Verbot – hart, klar und ohne Wenn und Aber,
gegen euer gefährliches, konservatives Alibi-Gelaber!

Ein konsequentes Aus für den privaten Pyro-Wahn,
ist der einzige Weg auf der vernünftigen Bahn.
Ihr sagt, Deutschland allein könne nichts wenden?
Ich sage: Wir müssen anfangen, die Schande hier zu beenden!

Ihr nennt es Freiheit, ich nenne es Wahn.
Ihr nennt es Tradition, ich nenne es asozialen Plan.
Es ist kein Stolz darin, Geld zu verbrennen,
während Tiere vor Panik ins Verderben rennen.
Es ist kein Mut darin, Feuer auf Helfer zu werfen.
Es ist nur die Unfähigkeit, die eigenen Sinne zu schärfen.

Der Rauch verzieht sich, der Dreck bleibt liegen,
und am Morgen werden wir wieder die Scherben aufwiegen.
Von eurer „Freiheit“, die nach Schwefel stinkt,
und einer Gesellschaft, die in eurer Ignoranz versinkt.

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