Und plötzlich du

Ich war längst weitergegangen.
Dachte ich.
Hatte alles sortiert,
verpackt,
abgelegt unter:
„War schön. Ist vorbei.“

Ich hatte gelernt,
nicht mehr zu suchen.
Nicht mehr zu hoffen.
Nicht mehr zu fragen:
„Was wäre wenn?“

Und dann
stehst du da.
Einfach so.
Zwischen Alltag und Atemzug.
Zwischen Ampel und Augenblick.

Und alles,
was ich vergessen wollte,
ist plötzlich wieder da.

Dein Blick.
Nicht neu.
Aber anders.
Wie ein Lied,
das ich kannte,
aber nie wirklich gehört habe.

Deine Stimme.
Wie ein Echo,
das nicht aus der Vergangenheit kommt,
sondern aus mir.

Ich spür,
wie mein Herz stolpert.
Nicht aus Angst.
Aus Wiedererkennen.

Denn du bist nicht fremd.
Du bist vertraut.
Nicht wie früher.
Aber wie echt.

Und ich frag mich:
Wie kann etwas,
das vorbei war,
so gegenwärtig sein?

Wie kann ein Moment
so viel aufreißen
und gleichzeitig heilen?

Ich seh dich.
Und ich seh mich.
Nicht wie damals.
Aber wie jetzt.
Und das ist mehr,
als ich erwartet habe.

Du sagst nichts.
Ich auch nicht.
Aber zwischen uns
ist alles gesagt.

Ein Lächeln.
Ein Atemzug.
Ein „Ich weiß.“

Und plötzlich
ist da Farbe.
In einem Leben,
das grau war.
Plötzlich
ist da Klang.
In einer Welt,
die still war.

Du bist nicht die Antwort.
Aber du bist der Beweis,
dass Fragen sich lohnen.

Du bist nicht die Rettung.
Aber du bist der Grund,
warum ich wieder schwimme.

Du bist nicht wie früher.
Aber du bist da.
Und das reicht.

Denn manchmal
kommt jemand zurück,
nicht um alles zu wiederholen,
sondern um zu zeigen,
dass es weitergeht.

Und manchmal
ist eine Wiederbegegnung
kein Zufall.
Sondern ein Tauchgang
in das,
was wir nie ganz verloren haben.

Du.
Ich.
Jetzt.
Und alles,
was einfach passiert.

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